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Schwarzfahren im öffentlichen Nahverkehr ist Betrug und gehört wie beispielsweise kleinere Diebstähle zu den so genannten Bagatelldelikten, die in der Regel mit einer Geldstrafe geahndet werden. Wer diese nicht bezahlen kann, müsste ersatzweise ins Gefängnis: laut Paragraf 43 Strafgesetzbuch (STGB) tritt bei einer uneinbringlichen Geldstrafe an deren Stelle die Verbüßung einer Ersatzfreiheitsstrafe. Arbeiten statt absitzenGemeinnützige Arbeit abzuleisten ist eine gesetzliche Alternative zur Ersatzhaftstrafe und wird in Nordrhein-Westfalen seit 1997 in fünf von zwölf Landgerichtsbezirken durch Vermittlungsstellen von unabhängigen sozialen Trägern organisiert. Im Landgerichtsbezirk Wuppertal ist dafür die Fach- und Vermittlungsstelle vom Wichernhaus zuständig. Diese bekommt von der Staatsanwaltschaft Wuppertal die Klienten zugewiesen, denen sie eine Arbeit bei einem gemeinnützigen Verein oder Träger organisiert – abgestimmt auf die beruflichen Qualifikationen und Neigungen der Betroffenen, auf Familienverhältnisse und gesundheitliche Einschränkungen. Ein Hafttag wird mit einem Arbeitstag von sechs Stunden abgegolten. Für mittellose Alleinerziehende bedeutet die gemeinnützige Arbeit oft die Rettung vor weiterem sozialen Elend – besonders für deren Kinder. Vermittlung, Begleitung und DokumentationDie Fach- und Vermittlungsstelle im Wichernhaus verfügt über ein Netzwerk von über 460 Einsatzstellen für gemeinnützige Arbeit in den verschiedensten Bereichen wie Altenhilfe, Forstwirtschaft, Gastronomie, Handwerk oder Tierpflege. Die Klienten werden sozialpädagogisch begleitet und bei auftretenden Problemen unterstützt. Der Verlauf der Arbeitsleistung wird sorgfältig dokumentiert und die Staatsanwaltschaft in regelmäßigen Abständen und nach Beendigung der Arbeitsleistung informiert. Fakten und ZahlenRund 900 Fälle bekommt die Fach- und Vermittlungsstelle jährlich zugewiesen, durchschnittlich leisten 160 Personen gleichzeitig gemeinnützige Arbeit. Damit werden sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die überbelegten Justizvollzugsanstalten entlastet und dem Landeshaushalt finanzielle Belastungen erspart. Etwa 75 Euro Kosten verursacht ein Haftinsasse am Tag. Durchschnittlich 10.000 Hafttage werden allein im Landgerichtsbezirk Wuppertal durch die gemeinnützige Arbeit Jahr für Jahr eingespart.
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Fach- und Vermittlungsstelle für gemeinnützige Arbeit im Landgerichtsbezirk Wuppertal Ansprechpartner: |
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